| Oligos - Berechnung |
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Stoffmenge in nmol Anhand des Lambert-Beer’schen Gesetzes (E = Epsilon * C * d) kann aus der Extinktion E (OD-Wert) auf die Konzentration C und damit die Stoffmenge umgerechnet werden. Strenggenommen ist der Extinktionskoeffizient Epsilon für jede Oligonucleotidsequenz anders und müsste jeweils empirisch bestimmt werden. Durch das Nearest-Neighbor-Verfahren kann er auch relativ genau berechnet werden. In guter Näherung entspricht er der Summe der Extinktionskoeffizienten der in der Sequenz vorhandenen einzelnen Nucleotide. Mit den Sequenzdaten und des OD-Wertes lässt sich die Stoffmenge folgendermaßen berechnen:
n [OD]: OD Angabe \ n [nmol]: Menge in nmol \ A,G,C,T: Anzahl der enthaltenen Basen im Oligonucleotid In Abhängigkeit der Oligolänge ergeben sich bei gemischten Sequenzen folgende Werte für die Stoffmenge (nmol):
Die Schmelztemperatur Tm eines DNA-Doppelstrangs ist als die Temperatur definiert, bei der 50 % des Doppelstrangs in einsträngiger Form vorliegt. Wichtigen Einfluß auf den Tm-Wert haben Länge ,Zusammensetzung und Konzentration eines Oligonucleotids, sowie die Salzkonzentration der Lösung. Es existieren unterschiedliche, mehr oder weniger genaue Verfahren zur Vorhersage von Schmelztemperaturwerten: a) Wallace-Regel (2 + 4 Regel) Diese für sehr kurze Oligonucleotide gültige Regel (bis ca. 15 Basen) geht von einem Beitrag von 2 Grad für jedes AT-Paar und von 4 Grad für jedes GC-Paar zur Schmelztemperatur eines DNA-Doppelstranges aus: Tm = 2°C*(A+T)+4°C*(G+C) Diese Regel wurde für Hybridisierungen an membrangebundene Oligonucleotide erstellt und legt eine Salzkonzentration von 1 M zu Grunde. Für Lösungsexperimente sollten zu der errechneten Temperatur 8 Grad hinzuaddiert werden. b) Berechnung anhand des GC-Gehalts Die folgende auf Howly et al. [2][3] zurückgehende Formel berücksichtig im wesentlichen den GC-Gehalt und ist für lange Oligonucleotide gültig: Tm = 81,5 + 0,41 (%GC) + 16,6 log c(M+) – 500/n –0,61 (%F) –1,2 D %GC = Prozentualer Anteil an G/C-Paaren \ c(M+) = Konzentration an monovalenten Kationen n = Anzahl der Nucleotide \ %F = Prozentualer Anteil von Formamid im Puffer \ D = Prozentualer Mismatch-Anteil c) Nearest-Neighbor-Verfahren Das sogenannte Nearest-Neighbor-Verfahren berücksichtigt bei der Berechnung der Tm-Werte auch die sequenzabhängigen Stackingeffekte und basiert auf den thermodynamischen Daten benachbarter Nucleotidpaare. Dieses Verfahren liefert für Oligonucleotide mittlerer Länge (20 – 60 Basen) verlässliche Werte. Tm = [(1000 x dH) /(A + dS + R x ln (C/4))] – 273.15 + 16,6 x log c(K+) dH = Summe der Enthalpien der Paare \ dS = Summe der Entropien der Paare A = -10.8 cal, Entropie der Helixbildung \ R = 1.984 cal/grad x mol, Gaskonstante C = Oligonucleotidkonzentration (250 pmol/l) \ c(K+) = Konzentration der Kaliumionen in der Oligolösung (50 mmol/l)
Berechnung des Molekulargewichts Das Molekulargewicht eines Oligonucleotids wird aus der Anzahl der einzelnen Nucleotide und evtl. vorhandener Modifikationen berechnet: MWoligo = (313.2*A+329.2*G+289.2*C+304.2*T+Mwmod.-62)*(g/mol) A,G,C,T: Anzahl der vorhandenen Basen im Oligo MWmod: Molekulargewicht einer Modifikation, wenn vorhanden Beispiel: 5’- CCA GGC AGT CTT ATT TTG ACT-3’ MW = 313,2 * 4 + 329,2 * 4 + 289,2 * 5 + 304,2 * 8 –62 = 6387,2 g/mol |
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Berechnung